Den Kitt Peak kann man schon als meinen zweiten Arbeitsplatz bezeichnen. Regelmäßig nehme ich die Strapazen eines Fluges auf mich, um in der Wüste von Arizona, abgeschieden am Kitt Peak.

Vor Beginn der Beobachtung haben wir die Mitteilung erhalten, dass am Fuße des Berges ein Feuer ausgebrochen ist. Wir mussten uns auf eine eventuelle Evakuierung vorbereiten und haben alle Wertsachen ins Auto gepackt um den Berg im Notfall schnell verlassen zu können. Jede Beobachtergruppe hat ein Funkgerät bekommen. Aktuelle Statusmitteilungen wurden über Funk mitgeteilt. Sollte der Wind drehen, so wurde uns gesagt, sitzen wir in der Falle. Im Laufe des Abends wurden wir dann durchgezählt, damit keiner am Berg zurückbleibt. Die Situation hat sich vorerst ein wenig entspannt, nachdem das 4m Teleskop seine Kuppel geöffnet hat, um mit der Beobachtung zu beginnen. Wir haben dann auch beschlossen, trotz Standby für die Evakuierung mit unserer Beobachtung zu beginnen.

Wir haben unsere Beobachtung dann routinemäßig vor Sonnenaufgang beendet. Ein, zwei Stunden, nachdem ich ins Bett gegangen war beginnt das Funkgerät neben meinem Bett zu rauschen. Ein kurzer Adrenalinschub weckt mich auf, aber Fehlalarm: ein paar Studenten, die ebenfalls beobachtet haben, hatten ihren Schlüssel vergessen und kommen jetzt nicht mehr in ihre Unterkunft.